UGP: Ein Programm feiert Geburtstag!

Foto vlnr: Mag. Oliver Göstl, Mag. Wolfgang Haberl, Mag. Herwig Simoner, Mag. Martina Karulle, Klaudia Quinesser, Mag. Peter Wedenig, DI Dr. Horst Kandutsch, Carmen Durchschlag (mit klick aufs Foto gelangt man zu allen anderen)
Foto vlnr: Mag. Oliver Göstl, Mag. Wolfgang Haberl, Mag. Herwig Simoner, Mag. Martina Karulle, Klaudia Quinesser, Mag. Peter Wedenig, DI Dr. Horst Kandutsch, Carmen Durchschlag (mit klick aufs Foto gelangt man zu allen anderen)

Sie – Klaudia Quinesser – wurde mit 50 gekündigt, um kurze Zeit später in der Klagenfurter Bahnhofstraße ihre eigene Geschäftsidee umzusetzen, die „cookOthek“, eine Buchhandlung in der auch Kochkurse angeboten werden. Er – DI Dr. Horst Kandutsch - machte aus der Not eine Tugend und machte sich vor zwei Jahren mit der Idee selbstständig mit „Softwaregutachten“ Betriebe bei Analyse, Design und Gutachten der IT-Infrastruktur, sowie der Erstellung von Social-Media-Konzepten und CMS-Lösungen zu unterstützen. Die Dritte im Bunde – Mag. Martina Karulle - verwirklichte ihren Traum insofern, indem sie in der Klagenfurter „Kunststätte“, die sie mit einer weiteren Unternehmerin (Tattoostudio) betreibt, auf den „Fair-Trade-Aspekt“ und die Verwendung umweltfreundlicher Farbmethoden bei Kleidung, Schuhe und Accessoires achtet.

 

Die oben genannten Beispiele zeigen GründerInnen aus dem UGP Kärnten. Doch was ist das? Im Jahr 1995 entschloss sich die Landesgeschäftsstelle des AMS (Arbeitsmarktservice) in Kärnten künftig hin jene Personen zu unterstützen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus ein eigenes Unternehmen gründen wollen. Ein Projekt, wie es in anderen Bundesländern davor bzw. danach ebenfalls umgesetzt wurde. Das UGP (Unternehmensgründungs-Programm) Kärnten war geboren! Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als zukunftsweisend heraus stellte!

 

Das Hauptziel des Förder-Programms war und ist die Gründung nachhaltiger, wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmen und die kosteneffiziente Schaffung neuer Arbeitsplätze. Da die Aufnahme nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und jenen der Nachhaltigkeit erfolgt, bedeutet dies auch, dass nicht alle Interessenten aufgenommen werden können, da aus der Gründungsidee heraus ein Markt und eine realistische Umsetzungsmöglichkeit erkennbar sein muss.

 

Das Programm selbst wird vom AMS ausgelagert und an professionelle Beratungsunternehmen vergeben. Dies nach entsprechenden Richtlinien und dem Bundesvergabegesetz. In den Anfangsjahren wurden dazu u.a. die Wirtschaftskammer Kärnten, die Firma ÖSB Consulting GmbH, bzw. die arge Unternehmensgründung (ein Zusammenschluss Kärntner Unternehmensberater) beauftragt. Im Jahr 2005 wurde der Auftrag an die Bietergemeinschaft bit Management GmbH und ÖSB Consulting GmbH vergeben, welche das Projekt bis heute betreut. Gleichzeitig begann man zusätzlich zu den Beratungen auch Workshops zu den verschiedensten gründungsrelevanten Themen einzuführen, die sich bestens bewähren und in Eigenverantwortung in Anspruch genommen werden können. Hinzu kamen vierteljährliche Netzwerkabende zu Spezialthemen und dem Zwecke der Vernetzung, da es sich vorwiegend um Ein-Personen-Unternehmen handelt.

 

Naturgemäß begann der Einstieg zögerlich. So war es auch nicht verwunderlich, dass es im ersten Jahr bei nur 12 InteressentInnen ganze zwei Unternehmensgründungen gab. Erfreulich hingegen ist der rasante Zuspruch, den das Erfolgsprogramm in den folgenden Jahren erfuhr. Nun, im 20. Jahr des Bestehens, gibt es 6.500 Unternehmensgründungen zu vermelden. Zu diesem Zweck fanden sich dieser Tage Entscheidungsträger des AMS, Vertreter der Auftragnehmer und UnternehmerInnen aus diesem Programm, die stellvertretend für alle anderen ihr Unternehmen präsentierten. Den Schauplatz der 20-Jahr-Feier war die cookOthek in der Bahnhofstraße in Klagenfurt, zu der auch Vertreter der Presse eingeladen waren.

 

Durchschnittliche Kennzahlen aus der Gesamtstatistik:

Gesamt von 1995 bis heute: 14.362 Anfragen, daraus 6.516 Unternehmensgründungen

Zahlen von 2014: 1.096 Anfragen, 553 Aufnahmen, 467 Unternehmensgründungen

Aufnahmequote ins UGP (nach Abklärung der Realisierbarkeit): ca. 55 %

Gründungsquote aus den aufgenommenen Personen: ca. 85%

Geschaffene Arbeitsplätze pro Gründung (inkl. GründerInnen): ca. 1,2

Geschlechterstatistik bei Gründungen ca. 60% Männer und 40% Frauen

Branchenverteilung: vorwiegend Dienstleistung, Handwerk und Handel

Altersstatistik: vorwiegend 30-45 Jahre, Tendenz steigend beim Anteil der GründerInnen 50plus

 

Mit dabei (und in der Reihenfolge des obigen Fotos) waren folgende Personen:

Mag. Oliver Göstl Bereichsleiter Entrepreneurship, ÖSB Consulting GmbH

Mag. Wolfgang Haberl Leiter Förderungen, AMS Kärnten

Mag. Herwig Simoner Leitung UGP Österreich, GF bit Management GmbH

Mag. Martina Karulle Gründerin Kunststätte Klagenfurt, (kunststaette.com)

Klaudia Quinesser Gründerin cookOthek Klagenfurt, (cookothek.at)

Mag. Peter Wedenig Stv. Geschäftsführer des AMS-Kärnten

DI Dr. Horst Kandutsch Gründer Softwaregutachten, Krumpendorf, (softwaregutachten.at)

Carmen Durchschlag Leitung Service für Unternehmen, AMS Kärnten